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Die sehr respektlosen Ansichten des Bernd H.Reinhardt
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„Wir reden später darüber“: Wie Konfliktvermeidung eine Beziehung zerstört
Konfliktvermeidung in der Beziehung Konfliktvermeidung ist die elegante Methode, Probleme nicht zu lösen und sich später darüber zu wundern, warum alles kaputt ist Es gibt Paare, die ständig streiten. Und es gibt Paare, die darauf besonders stolz sind, dass sie das nicht tun. „Wir streiten eigentlich nie.“ Das klingt nach Beziehungskompetenz. Man könnte es aber auch anders formulieren: „Wir haben uns darauf geeinigt, unangenehme Wahrheiten nicht zu besprechen.“ Denn zwischen
15 Min. Lesezeit


Das emotionale Inkassobüro – „Nach allem, was ich für dich getan habe“
Wie Sunk Cost, Moral Licensing und emotionale Buchhaltung Beziehungen irrational machen Sunk Cost in Beziehungen – die emotionale Buchhaltung der Liebe Der Sunk-Cost-Effekt in Beziehungen gehört zu den elegantesten Formen menschlicher Selbsttäuschung. Wir bleiben, weil wir schon so viel investiert haben. Wir rechnen gemeinsame Jahre, Geld, Verzicht und emotionale Energie zusammen und erklären die Summe anschließend zum Argument dafür, weiterzumachen. Dazu kommt Moral Licensin
14 Min. Lesezeit


„Er wird sich ändern“ – Die dümmste Religion der romantischen Hoffnung
Du liebst ihn nicht. Du wartest auf sein Update. Es gibt einen Satz, der in Beziehungen erstaunlich viele Jahre überleben kann: „Er wird sich ändern.“ Natürlich wird er das. Menschen verändern sich schließlich. Der eine wird älter. Der andere bekommt graue Haare. Manche lernen sogar etwas. Aber aus der Tatsache, dass Menschen sich verändern können, folgt leider nicht, dass sich dein Partner genau so verändert, wie du es dringend benötigst. Das wäre ungefähr so, als würde man
10 Min. Lesezeit


„Ich liebe ihn eben“ – Wenn Gefühle plötzlich Beweise spielen
Liebe ist ein Gefühl – kein Beweis für eine gute Beziehung Liebe ist ein Gefühl. Kein TÜV-Siegel. „Aber ich liebe ihn.“ Dieser Satz besitzt in Beziehungen eine erstaunliche argumentative Macht. Er beendet Diskussionen, entschärft Kritik und verwandelt jede nüchterne Nachfrage in einen vermeintlichen Angriff auf die Liebe selbst. Man könnte fast glauben, das menschliche Herz verfüge über eine eigene Beweisordnung: Wenn das Gefühl stark genug ist, müssen die Fakten sich gefälli
13 Min. Lesezeit


Das Leiden als Orden
Die Rechnung der Opfer – Moral Licensing in Beziehungen Moral Licensing - eine Dummheit in Beziehungen Es gibt Beziehungen, in denen Leiden irgendwann nicht mehr als Problem betrachtet wird, sondern als Beweis für die eigene moralische Größe. „Ich habe so viel für diese Beziehung getan.“ „Nach allem, was ich ertragen habe …“ „Ich bin geblieben, obwohl es so schwer war.“ Das klingt zunächst nach Loyalität. Nach Verantwortungsbewusstsein. Nach Liebe. Manchmal ist es das auch. A
14 Min. Lesezeit


Der fromme Schatten im Schlafzimmer
Warum aufgeklärte Menschen noch immer von Gespenstern erzogen werden Clara in einer Bar (symbolisch für Entscheidung und Tabubruch) Man stelle sich einen modernen, gebildeten Menschen vor. Er hat Bücher über Evolutionsbiologie gelesen, kennt die Grundlagen der Neuropsychologie, verteidigt die Trennung von Staat und Kirche, lacht über mittelalterliche Moralpredigten – und verzichtet dennoch auf sexuelle Wünsche, die niemandem schaden. Warum? Weil irgendwo im Hinterkopf eine St
9 Min. Lesezeit


Zu viel investiert, um zu gehen – wenn Liebe zur Kostenrechnung wird
Zu viel investiert, um zu gehen Die Rechnung, die keine Beziehung retten kann „Wir können doch jetzt nicht einfach alles hinschmeißen.“ Dieser Satz fällt erstaunlich oft, wenn eine Beziehung längst nicht mehr funktioniert. Zehn Jahre zusammen. Gemeinsame Wohnung. Kinder. Familienfeste. Urlaube. Gemeinsame Freunde. Unzählige Erinnerungen. Vielleicht sogar ein gemeinsamer Hund, der inzwischen emotional mehr Bindungsarbeit leistet als beide Partner. Und dann soll man einfach geh
6 Min. Lesezeit


Kinderwunsch: Das Gefühl, das sich als Argument verkleidet
(mit freundlichen Grüßen aus Psychologie, Philosophie und Statistik) Der Kinderwunsch gilt als moralisch überlegen – Kritik daran als Tabu. Der Kinderwunsch ist gesellschaftlich der einzige Wunsch, der nicht begründet werden muss, sondern selbst als Begründung gilt. „Ich wollte schon immer Kinder“ wirkt wie ein Totschlagargument – und wird auch so benutzt. Wer keinen Kinderwunsch hat, wird dagegen manchmal etwas seltsam angesehn. Er soll sich: erklären, rechtfertigen, therapi
4 Min. Lesezeit


Reden, um nicht zu verstehen – Kommunikation als rationalisierte Irrationalität
Kommunikation gilt als Königsweg der Konfliktlösung. „Man muss nur reden“, heißt es, besonders in Paarbeziehungen. Der Satz ist so verbreitet wie falsch. Denn viele Paarkonflikte scheitern nicht an mangelnder Kommunikation, sondern an ihrer systematischen Zweckentfremdung. Es wird geredet – viel sogar –, aber nicht, um zu klären, sondern um zu stabilisieren. Nicht die Beziehung, sondern das eigene Selbstbild. Was dabei entsteht, ist eine spezifische Form rationalisierter Irra
6 Min. Lesezeit


Warum du dich immer wieder in denselben Typ Mensch verliebst
Du wolltest „diesmal jemanden ganz anderen“. Und dann sitzt du wieder da. Gegenüber von jemandem, der erschreckend vertraut wirkt. Gleicher Humor. Gleiche emotionale Unerreichbarkeit. Gleiche subtile Arroganz. Oder gleiche rettungsbedürftige Zerbrechlichkeit. Zufall? Natürlich. So wie es „Zufall“ ist, dass dein Algorithmus dir immer wieder exakt die Videos ausspielt, die du heimlich liebst. Willkommen im Zusammenspiel aus Biografie, Neurochemie und Selbsttäuschung. 1. Dein Ge
6 Min. Lesezeit


Liebe mit Scheuklappen – Wie der Bestätigungsfehler jede schlechte Beziehung schönredet
Es gibt Menschen, die brauchen keinen Partner. Sie brauchen nur etwas Fantasie. Sie erschaffen sich einen Menschen, der liebevoll, zuverlässig, verständnisvoll und eigentlich genau richtig ist. Dass dieser Mensch mit der real existierenden Person nur gelegentlich dieselbe Wohnung teilt, stört sie kaum. Willkommen beim Confirmation Bias, dem Bestätigungsfehler. Er gehört zu den mächtigsten Denkfehlern des Menschen. Und in Paarbeziehungen ist er so etwas wie der persönliche Pre
8 Min. Lesezeit


Die Angst vor dem Alleinsein als rationales Tabu
Angst vor dem Alleinsein als stilles Motiv von Beziehungen Warum Beziehungen oft nicht aus Liebe, sondern aus Vermeidung bestehen Die Angst vor dem Alleinsein gehört zu den mächtigsten, zugleich am wenigsten artikulierten Motiven moderner Beziehungsentscheidungen. Sie wirkt im Hintergrund, selten offen benannt, fast nie argumentativ geprüft. Gerade dadurch fungiert sie als rationales Tabu: eine stillschweigende Prämisse, auf der ganze Lebensentwürfe aufbauen, ohne jemals selb
7 Min. Lesezeit


Kontaktabbruch zwischen Vater und Tochter: Psychologie einer Eskalation (für Laura)
Es ist eine der elegantesten Formen moderner Vergeltung: Man verletzt nicht den Partner, sondern instrumentalisiert das gemeinsame Kind. Kein lauter Schlag, keine sichtbare Wunde – nur ein „Du darfst es nicht sehen.“ Zivilisiert formuliert, juristisch eingerahmt, moralisch aufgeladen. Und doch ist es nichts anderes als Macht. Die Trennung zweier Erwachsener ist schmerzhaft. Aber die Idee, das Kind zur Sanktion zu machen, hebt den Konflikt auf eine andere Ebene. Sie verwandelt
12 Min. Lesezeit


Warum wir bleiben, obwohl es wehtut – Die rationale Irrationalität schlechter Beziehungen
Bleiben als Bindung – Gehen als Identitätsbruch Warum bleiben Menschen in Beziehungen, die ihnen offensichtlich schaden? Beziehungen, in denen Respekt fehlt, Nähe zur Pflichtübung verkommt und Hoffnung längst zur Gewohnheit erstarrt ist. Die triviale Antwort lautet meist: Angst vor dem Alleinsein. Die ehrliche Antwort ist komplizierter – und unangenehmer. Sie führt mitten hinein in die Abgründe menschlicher Rationalität, moralischer Selbsttäuschung und kognitiver Verzerrung.
4 Min. Lesezeit


Zweck oder Mittel? Die unbequeme Wahrheit über Beziehungen
Eine Beziehung wird dann problematisch, wenn ein Partner den anderen nicht als eigenständigen Menschen, sondern als Mittel zur Erfüllung eigener Bedürfnisse betrachtet. Diese Form der Instrumentalisierung ist eine der häufigsten – und am wenigsten erkannten – Ursachen für Beziehungsprobleme. Einleitung Beziehungen gelten als der intimste Ort menschlicher Begegnung – und sind zugleich einer der effizientesten Orte der Täuschung. Wir glauben, wir lieben den anderen Menschen. Ta
12 Min. Lesezeit


Gefühle gegen Verstand: Wie romantische Ideologien Beziehungen dumm machen
Die Spannung zwischen romantischen Idealen und rationalem Denken in Beziehungen. Die moderne Liebesideologie stellt eine paradoxe Forderung: Liebe soll absolut sein – bedingungslos, vorbehaltlos, irrational. Wer zweifelt, gilt als unsicher. Wer rechnet, als kalt. Wer vergleicht, als illoyal. Rationalität erscheint in diesem Weltbild nicht als Tugend, sondern als Defekt: als Störung eines „echten“ Gefühlszustands, der sich selbst genügen soll. Doch genau hier liegt das Problem
7 Min. Lesezeit


Unterschiedliche Temperamente in Beziehungen: Warum wir uns missverstehen – und was wirklich dahintersteckt
(ein Psychologisch-philosophischer Essay) Beziehungen scheitern selten an mangelnder Liebe. Sie scheitern häufiger an falschen Annahmen darüber, wie Menschen sind – und daran, dass wir Unterschiede im Temperament moralisch aufladen. Aus „anders“ wird dann schnell „falsch“. Dieser Text ist ein Versuch, genau diese Denkfehler freizulegen. 1. Temperament ist keine Meinung Temperament beschreibt stabile, biologisch und entwicklungspsychologisch mitgeprägte Unterschiede darin, wie
7 Min. Lesezeit


Sexualität und Inkompatibilität: Eine philosophische Betrachtung
Sexualität gilt als zutiefst privat – und genau das macht sie philosophisch so interessant. Kaum ein anderer Lebensbereich ist gleichzeitig so körperlich, so emotional aufgeladen und so moralisch überformt. Individuelle Einstellungen zur Sexualität entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie sind Produkte aus Biologie, Sozialisation, persönlichen Erfahrungen, kulturellen Narrativen und – nicht selten – handfesten Denkfehlern. Wer über Sexualität spricht, spricht fast immer auch ü
7 Min. Lesezeit


„Es wird schon gut gehen“ – Der Optimismus-Bias als stille Selbsttäuschung in Liebesbeziehungen
Wenn Hoffnung stärker ist als Erkenntnis. Optimismus gilt als Tugend. Er steht für Hoffnung, Resilienz, Zukunftsvertrauen. In Liebesbeziehungen wird er besonders geschätzt: Wer pessimistisch in eine Partnerschaft geht, gilt schnell als emotional verklemmt oder beziehungsunfähig. Doch genau hier beginnt ein Denkfehler, der selten benannt wird, weil er so sympathisch wirkt: der Optimismus-Bias. Die systematische Neigung, die eigene Zukunft – und besonders die Zukunft der eigene
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Ideale (respektlos analysiert) : Treue
Treue – Die unerklärlichste Selbstbeschränkung der Menschheit Es gibt in der menschlichen Zivilisation kaum eine Idee, die gleichzeitig so selbstverständlich behauptet und so zuverlässig unterlaufen wird wie die Treue. Sie wird in Gelübden beschworen, in Gedichten verklärt, in Psychologiebüchern analysiert und in Hotelzimmern diskret widerlegt. Trotzdem hält sich die Vorstellung hartnäckig, dass Treue eine zentrale Tugend in Beziehungen ist. Das ist bemerkenswert, denn Treue
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