top of page
Die sehr respektlosen Ansichten des Bernd H.Reinhardt
Suche


Die Kunst, aus einer Annahme eine Implikation zu bauen
Implikationseinführung und natürliches Schließen in der Aussagenlogik „Wenn das so ist, dann folgt daraus …“ Diesen Satz kennen wir aus Diskussionen, politischen Debatten, Beziehungen und dem ganz normalen Alltag. Meistens folgt danach allerdings nicht besonders viel. Häufig wird lediglich eine Behauptung an eine andere gehängt und anschließend so getan, als hätte man damit bereits logisch argumentiert. Die Aussagenlogik ist weniger großzügig. Sie fragt nicht nur, was behaupt
8 Min. Lesezeit


„Das ist doch logisch!“ – Schlussregeln der Aussagenlogik
Logisches Schließen ist keine Frage der Meinung, sondern der gültigen Schlussstruktur. Schlussregeln der Aussagenlogik – und warum der menschliche Verstand daraus so gern eine Freestyle-Disziplin macht Es gibt einen Satz, der in Diskussionen zuverlässig auftaucht, sobald die Argumente knapp werden: „Das ist doch logisch!“ Nein. Manchmal ist es logisch. Manchmal ist es lediglich laut. Manchmal emotional. Manchmal politisch opportun. Und manchmal hat jemand aus zwei Tatsachen,
8 Min. Lesezeit


„Das war immer so!“ – Wie wir aus drei Erfahrungen eine Weltanschauung basteln
Der Mensch: Ein Schlussfolgerungsautomat mit eingebautem Größenwahn Der Mensch hält sich für ein rationales Wesen. Das ist eine dieser Behauptungen, die man nur mit sehr viel Wohlwollen aufrechterhalten kann. Wir beobachten zwei Ereignisse, verbinden sie miteinander und nennen das Kausalität. Wir erleben eine Enttäuschung und nennen sie Menschenkenntnis. Wir hören eine politische Behauptung, die zu unserer Meinung passt, und nennen sie Fakten. Und wenn jemand widerspricht, ne
12 Min. Lesezeit


Wenn „und“, „oder“ und „wenn“ plötzlich kompliziert werden – Eine respektlose Einführung in die Aussagenlogik
Die Menschheit hat beeindruckende Dinge hervorgebracht: Raumfahrt, Antibiotika, Quantenphysik und als bisherigen Höhepunkt Reality-TV. Letzteres beweist allerdings, dass technischer Fortschritt nicht automatisch mit logischem Fortschritt einhergeht. Dabei beginnt Logik erstaunlich bescheiden. Sie fragt zunächst nicht, ob eine Aussage klug, moralisch, sympathisch oder politisch korrekt ist. Sie fragt nur: Wie sind Aussagen miteinander verknüpft – und was folgt daraus? Genau da
5 Min. Lesezeit


Intensionale Logik: Warum ein Satz nicht immer dasselbe bedeutet
Intensionale Logik – Bedeutung, Wissen und Möglichkeit Wenn „Abendstern“ plötzlich nicht mehr dasselbe ist wie „Morgenstern“ Wir benutzen Sprache, als wäre sie eine transparente Glasscheibe zur Wirklichkeit. Ein Wort steht für etwas, ein Satz beschreibt etwas, und wenn zwei Sätze dieselben Dinge meinen, müsste man sie doch eigentlich austauschen können. Schön wär’s. Die Sprache ist leider nicht so ordentlich wie ein gut sortierter Werkzeugkasten. Zwei Ausdrücke können dasselb
5 Min. Lesezeit


Der Strohmann: Wie Politik Gegner besiegt, die gar nichts gesagt haben
Der bequemste Gegner ist der selbst erfundene Politische Debatten haben ein kleines Problem: Die Wirklichkeit ist kompliziert. Menschen haben unterschiedliche Interessen, Argumente besitzen Bedingungen, politische Entscheidungen haben Nebenwirkungen und fast jede ernsthafte Position enthält irgendwo ein „Es kommt darauf an“. Das ist intellektuell bedauerlich, denn „Es kommt darauf an“ passt schlecht auf Plakate, in Talkshows und in 280 Zeichen. Also baut man sich einen Gegner
7 Min. Lesezeit


„Morgen bin ich konsequent“ – Intertemporale Inkonsistenz oder warum wir uns ständig selbst widersprechen
Seit 1758 trägt der Mensch den "akzeptierten wissenschaftlichen Namen" Homo sapiens, was soviel wie einsichtsfähiger/weiser Mensch bedeutet. Wie Carl von Linné auf diese dem realen Wirken des Menschen in dieser Welt so gar nicht entsprechende Bezeichnung gekommen ist, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Dabei hätten sich sinnvollere Alternativen angeboten. Etwa irgendetwas mit Ohrläppchen (Lobulus auriculae). Denn tatsächlich ist das Ohrläppchen ein Alleinstellungsmerkmal des M
8 Min. Lesezeit


Die Logik der Zeit – Wenn „wahr“ nicht immer „wahr“ bedeutet
Eine Einführung in die temporale Logik Wir sind es gewohnt, Aussagen danach zu beurteilen, ob sie wahr oder falsch sind. „Es regnet“ ist entweder richtig oder falsch. „Berlin liegt in Deutschland“ ist wahr. „Zwei plus zwei ergibt fünf“ ist falsch. So weit, so einfach. Aber schon bei einem scheinbar harmlosen Satz wie „Es regnet“ taucht ein Problem auf: Wann? Denn vielleicht regnet es heute, aber gestern hat die Sonne geschienen. Morgen könnte wieder die Sonne scheinen. Der Sa
6 Min. Lesezeit


Warum nichts einfach „so“ ist – Der Satz vom zureichenden Grund und die Kunst, sich nicht selbst zu belügen
Symbolische Darstellung des philosophischen Prinzips, dass jede wahre Aussage und jedes Ereignis einen ausreichenden Grund besitzt. Die Illustration zeigt den Übergang von Denkfehlern und unbegründeten Annahmen zu Rationalität, Beweisen und Wahrheit. Jede Behauptung schuldet uns eine Begründung Wir Menschen haben eine bemerkenswerte Fähigkeit: Wir glauben Dinge, ohne zu wissen, warum wir sie glauben. Wir übernehmen Meinungen, wiederholen Behauptungen, treffen Entscheidungen u
5 Min. Lesezeit


Es gibt kein Dazwischen – Warum das Leben sich nicht für dein Vielleicht interessiert
Symbolische Darstellung des logischen Grundsatzes „A oder nicht A“. Das Bild zeigt den Gegensatz zwischen klarer Logik und gedanklicher Unentschlossenheit. Das Wartezimmer des Denkens „Vielleicht.“ Kaum ein Wort ist so beliebt wie dieses. Es beruhigt, verschiebt Entscheidungen und vermittelt die Illusion, dass man sich noch nicht festlegen müsse. Vielleicht klappt es. Vielleicht nicht. Vielleicht habe ich recht. Vielleicht liege ich falsch. Vielleicht bin ich glücklich. Viell
4 Min. Lesezeit


Wenn viele irren: Das Argumentum ad consensum oder warum Mehrheiten keine Wahrheiten erzeugen
Wenn Abweichung vom Konsens als Argument gegen das Leben selbst missverstanden wird. Es gibt Sätze, die beenden Diskussionen zuverlässig. Nicht, weil sie besonders klug wären, sondern weil sie bequem sind. Einer davon lautet: „Das sehen doch alle so.“ Ein anderer: „Da sind sich die meisten einig.“ Wer so spricht, glaubt, etwas Endgültiges gesagt zu haben. Tatsächlich hat er gerade einen klassischen logischen Fehler begangen: das Argumentum ad consensum – den Berufungsfehler a
6 Min. Lesezeit


Die große Vereinfachung: Warum monokausale Erklärungen komplexe Systeme zerstören
Monokausale Schuldzuweisung ersetzt Analyse durch Erleichterung. Komplexe Systeme sind unerquicklich. Sie widersprechen unserem Bedürfnis nach Übersicht, Schuldigen und klaren Hebeln. Genau hier setzt ein besonders populärer logischer Fehler an: die Reduktion komplexer Systeme auf monokausale Erklärungen. Ein Phänomen, ein Problem, ein Kollaps – und eine einzige Ursache soll alles erklären. Migration ist das Problem. Der Markt ist schuld. Die Medien manipulieren. Die Gier zer
5 Min. Lesezeit


„Modallogik: Warum die Welt nicht nur ist, sondern auch sein könnte (oder leider muss)“
Modallogik: Die Kunst, Möglichkeiten ernst zu nehmen Die Aussagenlogik fragt, ob etwas wahr ist. Die Prädikatenlogik fragt, für wen oder für was es wahr ist. Und die Modallogik stellt schließlich die unangenehmste aller Fragen: In welcher Welt eigentlich? Willkommen in der Disziplin, die sich nicht damit zufriedengibt, dass etwas der Fall ist, sondern wissen will, ob es notwendig, möglich, unmöglich oder bloß zufällig der Fall ist. Oder, in menschlicher Übersetzung: ob etwas
3 Min. Lesezeit


Wenn Argumente sterben müssen: Der Ad-hominem-Fehlschluss als intellektuelle Kapitulation
Einleitung: Angriff statt Argument Wer eine Behauptung nicht widerlegen kann, greift häufig nicht das Argument an, sondern den Menschen, der es äußert. Diese Verschiebung – vom Gesagten zum Sprechenden – ist so alt wie die Debatte selbst und zugleich einer der effektivsten Wege, Denken zu sabotieren. Der sogenannte Ad-hominem-Fehlschluss gehört zu den bekanntesten logischen Fehlern, wird aber paradoxerweise gerade deshalb selten als solcher erkannt: Er fühlt sich intuitiv pla
4 Min. Lesezeit


Epistemische Logik: Wer weiß was – und warum das fast immer das Problem ist
Einleitung: Wissen ist keine Tugend, sondern ein Risiko „Ich weiß, dass ich recht habe“ – dieser Satz hat mehr Schaden angerichtet als fast jede Lüge. Denn er klingt nach Erkenntnis, meint aber meist: Ich habe aufgehört nachzudenken. Epistemische Logik beschäftigt sich nicht mit dem, was wahr ist, sondern mit dem, was jemand weiß, zu wissen glaubt oder wissen müsste, um vernünftig zu handeln. Sie fragt nicht: Ist die Aussage korrekt? Sondern: Wer weiß was? Wer weiß, dass er e
6 Min. Lesezeit


Das Gesetz des Widerspruchs: Warum klares Denken Widersprüche erkennt
Was besagt das Gesetz des Widerspruchs? Es gibt viele Wege, sich selbst zu täuschen. Man kann Fakten ignorieren. Man kann Wunschdenken mit Realität verwechseln. Man kann sich von Emotionen mitreißen lassen. Oder man kann etwas versuchen, das erstaunlich viele Menschen täglich praktizieren: gleichzeitig zwei einander widersprechende Dinge glauben. Das Problem dabei ist nicht, dass es irgendwie seltsam aussieht. Das Problem ist, dass Denken unter diesen Bedingungen nicht mehr f
4 Min. Lesezeit


Aussagenlogik: Der Versuch, die Welt mit Ja/Nein‑Schaltern zu retten
Es gibt Leute, die glauben, Logik sei langweilig. Das sind meist dieselben, die beim Wort „Argument“ bereits die Flucht ergreifen und beim Wort „Denken" leise zu zittern beginnen. Aussagenlogik allerdings hat einen ganz eigenen Charme: Sie nimmt das Gewusel menschlicher Sprachkunst, wirft es in einen formalen Fleischwolf – und heraus kommt etwas, das entweder wahr ist oder falsch. Zwei Zustände. Ende. Keine Leidenschaft, kein Drama. Deutsche Bahn für Gedanken. Die Grundidee:
2 Min. Lesezeit


Das Gesetz der Identität: Warum klares Denken mit „A = A“ beginnt.
Die meisten Denkfehler beginnen nicht mit komplizierten Theorien. Sie beginnen mit etwas viel Banalerem: Menschen reden über eine Sache, wechseln unterwegs unbemerkt die Bedeutung und merken nicht einmal, dass sie inzwischen über etwas völlig anderes sprechen. Das klingt harmlos. Tatsächlich ist es eine der Hauptursachen für Verwirrung, schlechte Debatten und geistigen Nebel. Der Ausweg beginnt mit einem der ältesten Prinzipien der Logik: dem Gesetz der Identität. Es lautet i
4 Min. Lesezeit


Was ist Logik, was kann sie und was nicht?
Die Kunst des Denkens Das Wort Logik hat, wie viele andere Wörter, einen altgriechischen Ursprung: λογικὴ τέχνη logikè téchnē ‚Kunst des Denkens‘. Will man verstehen, was Logik ist, sollte man zuerst einmal alle falschen Vorstellungen über Bord werfen, die in den Köpfen herumspuken. Nein, was der Kunstfigur des Mr. Spock aus Star Trek so in den Mund gelegt wurde, hat herzlich wenig mit Logik zu tun. Auch diese neckischen Zahlen-, Buchstaben- oder Figurenreihen aus psychologis
5 Min. Lesezeit


Deontische Logik: Wenn das Sollen lauter ist als das Denken
Logik gilt als kaltes Instrument. Sie sortiert Wahrheiten, prüft Schlüsse und kennt keine Gefühle. Deontische Logik ist der Versuch, dieses kalte Werkzeug auf etwas maximal Emotionales anzusetzen: Normen. Pflichten. Verbote. Rechte. Also genau auf jene Begriffe, mit denen Menschen sich gegenseitig erziehen, disziplinieren, bevormunden – und moralisch überhöhen. Während die Aussagenlogik fragt, was der Fall ist, und die Prädikatenlogik präzisiert, für wen und unter welchen Bed
4 Min. Lesezeit
bottom of page