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Die sehr respektlosen Ansichten des Bernd H.Reinhardt
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Wenn viele irren: Das Argumentum ad consensum oder warum Mehrheiten keine Wahrheiten erzeugen
Wenn Abweichung vom Konsens als Argument gegen das Leben selbst missverstanden wird. Es gibt Sätze, die beenden Diskussionen zuverlässig. Nicht, weil sie besonders klug wären, sondern weil sie bequem sind. Einer davon lautet: „Das sehen doch alle so.“ Ein anderer: „Da sind sich die meisten einig.“ Wer so spricht, glaubt, etwas Endgültiges gesagt zu haben. Tatsächlich hat er gerade einen klassischen logischen Fehler begangen: das Argumentum ad consensum – den Berufungsfehle
6 Min. Lesezeit


„Morgen bin ich konsequent“ – Intertemporale Inkonsistenz oder warum wir uns ständig selbst widersprechen
Wir halten uns für rational. Für planungsfähig. Für konsequent. Und doch sabotieren wir unsere eigenen Entscheidungen mit bemerkenswerter Zuverlässigkeit. Heute beschließen wir etwas mit fester Überzeugung – und morgen handeln wir exakt dagegen. Nicht aus Dummheit. Nicht aus Unwissen. Sondern aus einem logischen Fehler, der tief in unserem Denken verankert ist: intertemporale Inkonsistenz . Sie beschreibt den Widerspruch zwischen dem, was wir zu einem Zeitpunkt als richtig e
7 Min. Lesezeit


Die große Vereinfachung: Warum monokausale Erklärungen komplexe Systeme zerstören
Monokausale Schuldzuweisung ersetzt Analyse durch Erleichterung. Komplexe Systeme sind unerquicklich. Sie widersprechen unserem Bedürfnis nach Übersicht, Schuldigen und klaren Hebeln. Genau hier setzt ein besonders populärer logischer Fehler an: die Reduktion komplexer Systeme auf monokausale Erklärungen . Ein Phänomen, ein Problem, ein Kollaps – und eine einzige Ursache soll alles erklären. Migration ist das Problem. Der Markt ist schuld. Die Medien manipulieren . Die Gier
5 Min. Lesezeit


Epistemische Logik: Wer weiß was – und warum das fast immer das Problem ist
Einleitung: Wissen ist keine Tugend, sondern ein Risiko „Ich weiß, dass ich recht habe“ – dieser Satz hat mehr Schaden angerichtet als fast jede Lüge. Denn er klingt nach Erkenntnis, meint aber meist: Ich habe aufgehört nachzudenken. Epistemische Logik beschäftigt sich nicht mit dem, was wahr ist , sondern mit dem, was jemand weiß , zu wissen glaubt oder wissen müsste , um vernünftig zu handeln. Sie fragt nicht: Ist die Aussage korrekt? Sondern: Wer weiß was? Wer weiß, dass
8 Min. Lesezeit


Deontische Logik: Wenn das Sollen lauter ist als das Denken
Logik gilt als kaltes Instrument. Sie sortiert Wahrheiten, prüft Schlüsse und kennt keine Gefühle. Deontische Logik ist der Versuch, dieses kalte Werkzeug auf etwas maximal Emotionales anzusetzen: Normen. Pflichten. Verbote. Rechte. Also genau auf jene Begriffe, mit denen Menschen sich gegenseitig erziehen, disziplinieren, bevormunden – und moralisch überhöhen. Während die Aussagenlogik fragt, was der Fall ist , und die Prädikatenlogik präzisiert, für wen und unter welchen
4 Min. Lesezeit


„Modallogik: Warum die Welt nicht nur ist, sondern auch sein könnte (oder leider muss)“
Modallogik: Die Kunst, Möglichkeiten ernst zu nehmen Die Aussagenlogik fragt, ob etwas wahr ist. Die Prädikatenlogik fragt, für wen oder für was es wahr ist. Und die Modallogik stellt schließlich die unangenehmste aller Fragen: In welcher Welt eigentlich? Willkommen in der Disziplin, die sich nicht damit zufriedengibt, dass etwas der Fall ist, sondern wissen will, ob es notwendig , möglich , unmöglich oder bloß zufällig der Fall ist. Oder, in menschlicher Übersetzung: ob
4 Min. Lesezeit


Prädikatenlogik – Warum Aussagenlogik nur der Anfang des Problems war
Rückblende: Die bequeme Welt der Aussagenlogik Im Beitrag zur Aussagenlogik haben wir gelernt: Man kann hervorragend logisch korrekt argumentieren – und trotzdem völligen Unsinn behaupten. Wahrheitstabellen trösten darüber hinweg, dass Menschen Aussagen lieben, die sich formal retten , selbst wenn sie inhaltlich leer sind. Aussagenlogik behandelt ganze Sätze wie schwarze Kästen: A ist wahr oder falsch, B ebenso, und was in A oder B steckt, ist der Logik herzlich egal. Das i
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Logische Paradoxien
Warum unser Gehirn manchmal die Software-Lizenzbedingungen der Realität nicht akzeptiert Ein Beitrag für alle, die schon einmal versucht haben, logisch zu denken, und dabei denselben Schmerz verspürt haben wie beim LEGO-Stein-Drauftreten. In einer der ersten Logikvorlesungen, die ich verfolgt habe, ließ sich der vortragende Professor zu dieser sinngemäß wiedergegebenen Aussage hinreißen: "Es ist eigentlich ein Wunder, das nicht irgendwann alle Logiker in der Klapsmühle landen
4 Min. Lesezeit


Aussagenlogik: Der Versuch, die Welt mit Ja/Nein‑Schaltern zu retten
Es gibt Leute, die glauben, Logik sei langweilig. Das sind meist dieselben, die beim Wort „Argument“ bereits die Flucht ergreifen und beim Wort „Denken" leise zu zittern beginnen. Aussagenlogik allerdings hat einen ganz eigenen Charme: Sie nimmt das Gewusel menschlicher Sprachkunst, wirft es in einen formalen Fleischwolf – und heraus kommt etwas, das entweder wahr ist oder falsch . Zwei Zustände. Ende. Keine Leidenschaft, kein Drama. Deutsche Bahn für Gedanken. Die Grundidee
2 Min. Lesezeit


Wahrheit – oder warum ich Märchen gegenüber misstrauisch wurde
Wenn man über Wahrheit schreibt, erwartet man üblicherweise einen theoretischen Höhenflug: große Begriffe, noch größere Philosophen, am besten ein wenig metaphysischer Nebel. Gut möglich. Aber dies ist ein persönlicher Blog. Also beginne ich dort, wo Wahrheit für mich relevant wurde: bei mir selbst. Die Wahrheit und ich Wie die meisten Kinder bin auch ich mit Märchen aufgewachsen. Ich hörte sie gern, ließ sie mir vorlesen, sah Verfilmungen im Fernsehen und im Kino, blätterte
5 Min. Lesezeit
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