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Die sehr respektlosen Ansichten des Bernd H.Reinhardt
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Zwischen Trieb und Tugend: Wie Denkfehler unsere sexuellen Überzeugungen verzerren
Sexualität gilt als zutiefst privat – und genau das macht sie philosophisch so interessant. Kaum ein anderer Lebensbereich ist gleichzeitig so körperlich, so emotional aufgeladen und so moralisch überformt. Individuelle Einstellungen zur Sexualität entstehen nicht im luftleeren Raum. Sie sind Produkte aus Biologie, Sozialisation, persönlichen Erfahrungen, kulturellen Narrativen und – nicht selten – handfesten Denkfehlern. Wer über Sexualität spricht, spricht fast immer auch ü
7 Min. Lesezeit


Warum wir Beziehung wollen – und warum unser Denken uns dabei oft sabotiert
Gleiche Beziehung – unterschiedliche Funktionen im Kopf. Der Wunsch nach einer Beziehung gilt als selbstverständlich. Kaum jemand fragt ernsthaft, warum er oder sie eigentlich eine will. Beziehungen erscheinen als naturgegebenes Ziel, als Endpunkt einer gelungenen Biografie. Wer keine hat, muss sich erklären; wer eine will, nicht. Genau hier beginnt das philosophische Problem: Ein Motiv, das keiner Begründung bedarf, entzieht sich der rationalen Prüfung – und wird damit anfä
8 Min. Lesezeit


Die Angst vor dem Alleinsein als rationales Tabu
Angst vor dem Alleinsein als stilles Motiv von Beziehungen Warum Beziehungen oft nicht aus Liebe, sondern aus Vermeidung bestehen Die Angst vor dem Alleinsein gehört zu den mächtigsten, zugleich am wenigsten artikulierten Motiven moderner Beziehungsentscheidungen. Sie wirkt im Hintergrund, selten offen benannt, fast nie argumentativ geprüft. Gerade dadurch fungiert sie als rationales Tabu: eine stillschweigende Prämisse, auf der ganze Lebensentwürfe aufbauen, ohne jemals selb
7 Min. Lesezeit


„Es wird schon gut gehen“ – Der Optimismus-Bias als stille Selbsttäuschung in Liebesbeziehungen
Wenn Hoffnung stärker ist als Erkenntnis. Optimismus gilt als Tugend. Er steht für Hoffnung, Resilienz, Zukunftsvertrauen. In Liebesbeziehungen wird er besonders geschätzt: Wer pessimistisch in eine Partnerschaft geht, gilt schnell als emotional verklemmt oder beziehungsunfähig. Doch genau hier beginnt ein Denkfehler, der selten benannt wird, weil er so sympathisch wirkt: der Optimismus-Bias. Die systematische Neigung, die eigene Zukunft – und besonders die Zukunft der eigene
9 Min. Lesezeit


„Ich habe doch so viel getan“ – Moral Licensing als stille Erosion intimer Beziehungen
Moral Licensing als formallogischer Denkfehler: Anspruch zerstört Intimität Intime Beziehungen leben von Nähe, Vertrauen und der stillschweigenden Annahme, dass moralische Maßstäbe nicht verrechnet werden. Genau hier entfaltet ein subtiler Denkfehler, eine kognitive Verzerrung in Beziehungen seine zerstörerische Kraft: Moral Licensing . Gemeint ist das psychologische Phänomen, dass Menschen sich nach moralisch positiv bewerteten Handlungen unbewusst zu moralisch fragwürdigem
7 Min. Lesezeit


Warum wir bleiben, obwohl es wehtut – Die rationale Irrationalität schlechter Beziehungen
Bleiben als Bindung – Gehen als Identitätsbruch Warum bleiben Menschen in Beziehungen, die ihnen offensichtlich schaden? Beziehungen, in denen Respekt fehlt, Nähe zur Pflichtübung verkommt und Hoffnung längst zur Gewohnheit erstarrt ist. Die triviale Antwort lautet meist: Angst vor dem Alleinsein. Die ehrliche Antwort ist komplizierter – und unangenehmer. Sie führt mitten hinein in die Abgründe menschlicher Rationalität, moralischer Selbsttäuschung und kognitiver Verzerrung.
6 Min. Lesezeit


„Ich wusste es doch“ – Confirmation Bias als Beziehungskrankheit
Wenn Wahrnehmung zur Beweisführung wird Es gibt Sätze, die in Liebesbeziehungen wie ein Todesurteil wirken. Einer davon lautet: „Das habe ich mir von Anfang an gedacht.“ Was hier wie rückblickende Klugheit klingt, ist in Wahrheit meist etwas Banaleres – und Gefährlicheres: der Confirmation Bias , die Neigung des menschlichen Geistes, Informationen so auszuwählen, zu interpretieren und zu erinnern, dass sie bestehende Überzeugungen bestätigen. In Liebesbeziehungen wirkt dieser
6 Min. Lesezeit


Sexuelle Dummheit: Warum wir ausgerechnet dort am wenigsten denken, wo es am meisten Folgen hat (Sexualität rational betrachtet)
Sexualität ist kein moralisches Problem, sondern ein kognitives. Sexualität gilt als Inbegriff des Intimen, Spontanen, Unverfügbaren. Kaum ein Lebensbereich ist emotionaler aufgeladen, moralischer überformt und gleichzeitig schlechter durchdacht. Während Menschen bereit sind, über Geld, Karriere oder Politik stundenlang zu reflektieren, handeln sie in sexuellen Fragen oft erstaunlich unkritisch, widersprüchlich oder geradezu selbstzerstörerisch. Die wichtigsten Dummheiten run
8 Min. Lesezeit


„Epistemische Kapitulation im Wartezimmer – warum blindes Arztvertrauen ein Denkfehler mit Rezeptblock ist“ (Autorität und Wahrheit in der Medizin)
Lies auch: Anatomie menschlicher Dummheit Es gibt Orte, an denen der moderne Mensch sein Denken abgibt wie den Mantel an der Garderobe. Das Wahllokal. Die Kommentarspalte. Und das Wartezimmer. Spätestens wenn der Arzt den Raum betritt, verwandelt sich der mündige Bürger in ein epistemisches Haustier: aufmerksam, folgsam, bereit, jedes Geräusch als Bedeutung zu interpretieren. Dieser Text ist kein Angriff auf Ärzte. Er ist ein Angriff auf gedankenlose Autoritätsgläubigkeit –
10 Min. Lesezeit


Neues Jahr, alter Mensch: Eine kurze Geschichte des Scheiterns (gute Vorsätze)
Dieser Beitrag ist ein meinungsstarker Kommentar. Er will erklären, einordnen und kritisieren – nicht motivieren, beraten oder verbessern. Lies auch: Anatomie menschlicher Dummheit Der Jahreswechsel ist ein merkwürdiger Moment. Menschen stehen mit Sektglas in der Hand, zählen eine willkürliche Zahl herunter und glauben ernsthaft, sie hätten gerade einen Neustart ihres Lebens vollzogen. Zack – neues Jahr, neuer Mensch. Dieselbe Wohnung, derselbe Körper, dieselben Ausreden. Ab
5 Min. Lesezeit


Oh, du dümmliche Weihnachtszeit (menschliche Dummheit Weihnachten)
Lies auch: Anatomie menschlicher Dummheit Oder: Wenn Vernunft in Geschenkpapier erstickt Weihnachten gilt als Fest der Liebe, der Besinnlichkeit und der familiären Nähe. In der Realität ist es vor allem eines: ein jährlicher Stresstest für die menschliche Intelligenz. Kaum ein anderer Zeitraum legt so zuverlässig offen, wie dünn die Schicht aus Vernunft, Selbstkontrolle und kritischem Denken ist, die wir über das Jahr hinweg mühsam kultivieren. Weihnachten wirkt wie ein kogni
5 Min. Lesezeit


Der fast ideale Partner – oder: Wie man sich mit Statistik unglücklich rechnet
Wenn Zahlen Gefühle ersetzen – und Denken manipulieren. Wahrscheinlichkeiten regieren unser Leben. Nicht nur beim Lottospiel oder bei der Frage, ob man den Bus noch erwischt, sondern auch dort, wo wir am liebsten so tun, als gälte das alles nicht: in Beziehungen. Jede Begegnung, jede Trennung, jede Ehe, jede Scheidung ist – nüchtern betrachtet – ein Ereignis mit einer bestimmten Eintrittswahrscheinlichkeit. Romantisch ist das nicht. Aber korrekt. Und nun zur alles entscheiden
3 Min. Lesezeit


Leistung lohnt sich – nur leider selten für dich
Erfolg ist ein schillernder Begriff. Einer dieser Begriffe, die jeder benutzt, aber kaum jemand sauber definieren kann. Natürlich lässt sich beschreiben, was Erfolg im Sport, in der Wirtschaft, im Recht oder im Bildungswesen bedeutet. Das ändert jedoch nichts daran, dass Menschen eine höchst private Vorstellung davon haben, wann sie „es geschafft“ haben. Nehmen wir das Privatleben. Wenn ich einen Menschen finde, mit dem ich eine für beide Seiten tragfähige Beziehung führe, bi
4 Min. Lesezeit


Lotto – Die staatlich organisierte Hoffnungslosigkeit
Neulich stand ich in einem jener Kioske, in denen man Zeitungen, Alkohol, Tabak und andere legale Betäubungsmittel erwerben kann. Vor mir: genau ein Kunde. Ich glaubte bereits, dass das Schicksal es gut mit meiner Zeit meinte. Der Mann vor mir machte nicht den Eindruck, als hätte ihn das Leben besonders großzügig bedacht. Eher jemand, der gelernt hat, Erwartungen niedrig zu halten. Umso überraschter war ich, als er begann, Lottoscheine zu bestellen. Mehrere. Unterschiedlichst
3 Min. Lesezeit


Gutgläubigkeit – oder: Wie man mit guten Absichten zuverlässig alles verliert
An dieser Stelle werde ich mich mit meiner eigenen Dummheit beschäftigen. Nicht mit der größten – Konkurrenz gibt es genug –, sondern mit der für mich folgenschwersten. Mit jener, die am meisten wehgetan hat. Und die bis heute nachwirkt. Zuerst zur Ursache meiner Dummheiten. Logik ist ein großartiges Instrument. Ohne sie wären Wahrheit, Wissenschaft und halbwegs zivilisierte Diskussionen kaum denkbar. Michael Dummett hat allerdings zu Recht darauf hingewiesen, dass Logik Gren
3 Min. Lesezeit


Eifersucht – Liebe ist das nicht. Angst schon.
Eifersucht ist Leidenschaft minus Liebe, plus Angst. Eine Formel, so elegant wie entlarvend. Und nein, sie stammt nicht aus einem Ratgeberregal zwischen Duftkerzen und Paartherapie, sondern aus einer nüchternen Betrachtung menschlicher Irrationalität. Ich zähle mich – bei aller Fehlbarkeit – zu den eher rational und logisch agierenden Menschen. Gefühle sind mir keineswegs fremd, auch sogenannte „negative“ nicht. Was mich zuverlässig in Rage bringt, ist allerdings nicht Trauri
4 Min. Lesezeit
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